Juli 2011

Brot selber backen

"Vom Korn zum Brot" ist eine beliebte Aktion der Kindertageseinrichtungen. Bevor die Kinder versuchen selber ein Brot zu backen, lohnt sich der Besuch beim Bäcker um die Ecke. Hier können sie lernen, was alles getan werden muss, bis das Brot fertig aus dem Ofen kommt.

Zutaten für ein Brot

1 Würfel Hefe
450 ml Wasser, lauwarmes
500 g Dinkel - oder Weizenvollkornmehl
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Sesam
50 g Leinsamen
2 TL Salz
2 EL Essig (Obstessig) oder Brottrunk

Zubereitung

Hefe mit dem Wasser verrühren. Alle anderen Zutaten zufügen und gut verarbeiten. In eine gefettete Form geben und in den kalten Backofen stellen.
DAS BROT NICHT GEHEN LASSEN!
Backen: Backen 60 Min bei 200° Ober/Unterhitze, oder 50 Min bei 170° Heißluft
Brot aus der Form lösen und evtl. 10 Minuten nachbacken.
Körner können weggelassen oder ausgetauscht werden (Rosinen, Mandeln, Nüsse) 

Warum? Kinder erklären sich die Welt

Warum tragen Jungs keine Röcke? Warum wachsen Blumen nur aus Blumenkörnern? Und warum gibt es eigentlich den Mond? Das Buch „Warum? Kinder erklären sich die Welt“ zeigt wie kindliche Fragen als Anlass für Nachdenkgespräche genutzt werden und wie daraus philosophische Gesprächssituationen im Kindergarten erwachsen können.

Ein Buch zum Schmunzeln und Nachdenken über die klare Sicht der Kindergartenkinder auf die
Dinge der Welt.

Kinder betrachten die Dinge um sich herum voller Neugierde und versuchen fortwährend, sich die Welt und ihre Zusammenhänge zu erklären.
Wie kleine Wissenschaftler suchen sie nach Antworten auf ihre Fragen, stellen Thesen auf,
überprüfen diese, verwerfen sie wenn notwendig. Zur Förderung dieser Gedankenspiele und um die kindliche Vorstellungskraft anzuregen, ist es für Pädagogen wie Eltern von Bedeutung, auf die Fragen der Kinder nicht augenblicklich zu antworten. Vielmehr sollen sie sich im gemeinsamen Gespräch auf die Suche nach der Lösung begeben. Denn das Wissen und die soziale und sprachliche Kompetenz kleiner Kinder wachsen vor allem durch geistige und emotionale Zuwendung. Und diese erfahren Kinder besonders in der Interaktion mit anderen in einem aufmerksamen Gespräch.

Autor und Philosoph Alexander Scheidt dokumentiert in dem Buch neun Gespräche
mit sechsjährigen Kindern und macht mit praktischen Ratschlägen und erläuternden Kommentaren
deutlich, wie sich mit einfachen Grundregeln und kreativer Gesprächsführung gemeinsame Nachdenkmomente im Kindergartenalltag realisieren lassen.

Alexander Scheidt studierte Philosophie und Neuere Deutsche Literatur und ist seit 2003 als Philosophie Lehrer an den KLAX-Schulen tätig. 

ISBN 978-3-942334-19-8
www.bananenblau.de 


Umgang mit Trennungskindern

In nahezu jeder Kindergartengruppe gibt es Kinder, deren Eltern sich scheiden lassen, Kinder, die mit einem geschiedenen Elternteil leben oder einen Stiefelternteil haben. Den zweiten leiblichen Elternteil sehen sie regelmäßig, nur wenige Male im Monat, ab und zu oder gar nicht mehr. Erzieher im Kindergarten werden immer wieder mit Kindern konfrontiert, die in Teil- oder Stieffamilien leben. So ist es unabdingbar, als Erzieher über die besondere Lebenssituation und die speziellen Probleme dieser Kinder und ihrer Eltern informiert zu sein.

Woran erkennen wir, daß ein Kindergartenkind von der Scheidung seiner Eltern betroffen ist? Welche Signale setzt es? Welche seine Eltern?

Signale des Kindes können sein:

Es kann sich in der Bringsituation sehr schlecht vom Elternteil trennen, hat Angst, daß er abends nicht wiederkommt.
Das Kind will abends nicht mehr nach Hause.
Das Kind verhält sich sonderbar, wenn ein anderes Kind von beiden Elternteilen gebracht oder abgeholt wird.
Das Kind erzählt beim Montagskreis nicht mehr vom Wochenende oder erwähnt nur noch einen Elternteil, erzählt Phantasiegeschichten.
Wenn von einer intakten Familie erzählt wird, schaltet das Kind ab oder reagiert auffällig.
Wenn beim Puppenspiel Trennungssituationen dargestellt werden, verhält sich das Kind dabei abwehrend, stört, hält sich die Ohren zu u.ä.
Das Kind sucht besonders viel emotionale Zuwendung und Körperkontakt; es will mit der Erzieherin allein sein.
usw.

Signale der Eltern:

Ein Elternteil geht der Erzieherin aus dem Weg, hat keine Zeit für Gespräche, kommt und geht schnell wieder, besucht nicht mehr den Elternabend.
Nur noch ein Elternteil holt bzw. bringt das Kind in den Kindergarten.
Ein Elternteil holt das Kind spät ab, hält sich lange im Kindergarten auf, möchte angesprochen werden.
Ein Elternteil bittet um Hilfe im Umgang mit dem plötzlich so schwierigen Kind.
Ein Elternteil will sich mit der Erzieherin über das veränderte Verhalten des Kindes unterhalten.
In die Familie werden keine Kinder mehr nach Hause eingeladen, das Kind darf andere Kinder nicht mehr besuchen.
Ein Elternteil wirkt verstört, gestreßt,
usw.

 Notwendige Informationen für die Erzieherinnen

Trennung und Scheidung müssen als dynamischer und komplexer Prozeß von Veränderungen verstanden werden. Meist dauert er mehrere Jahre und ist mit einer Vielzahl von Belastungen für Kinder und Erwachsene verbunden. Er umfaßt die
Vorscheidungsphase
Scheidungsphase
Nachscheidungsphase
evtl. Phase der Gründung einer Stieffamilie.

Kinder und Erwachsene reagieren in diesen Zeitabschnitten höchst unterschiedlich. So kann in den folgenden Ausführungen nur verallgemeinert werden; die Einzigartigkeit des individuellen Kindes und seiner Familie muß in der Praxis berücksichtigt werden. 

Kleine Kinder können die Bedeutung und Ursachen der Trennung ihrer Eltern und die damit verbundenen Veränderungen nicht oder nur ansatzweise verstehen. Viele Kinder sind nach der Trennung ihrer Eltern aggressiv und zerstörerisch, während andere mit Rückzug, Depressivität, Verlust an Interessen und Apathie reagieren. Sie entwickeln leicht Schuldgefühle, weil sie sich - grundlos - für die Trennung ihrer Eltern verantwortlich halten. Unter starken Loyalitätskonflikten leidend, fühlen sie sich zwischen den Eltern hin- und hergerissen. Sie reagieren mit Symptomen wie Einnässen, Einkoten, Regression, Schlafstörungen, Trennungsangst usw. Jungen und Einzelkinder leiden unter der Scheidung ihrer Eltern zumeist mehr als Mädchen und Kinder mit Geschwistern.

Impulse für die praktische Arbeit mit Scheidungskindern und ihren Familien

Wenn den Erziehern im Kindergarten die Situation des Kindes und seiner Familie bekannt ist, müssen Überlegungen für mögliche Hilfsmaßnahmen getroffen werden. Bevor die Erzieherin jedoch auf die Eltern oder den Elternteil zugeht, muß sie sich selbst mit der Problematik des Kindes im Scheidungszyklus befaßt und Informationen über Beratungsstellen, ganztägige Betreuungsmöglichkeiten, Hilfen verschiedenster Art u.ä. eingeholt haben. Weiterhin muß dem Gespräch eine gründliche Beobachtung des Kindes und seiner Verhaltensänderungen vorausgehen. Es bietet sich an, wenn in der Teamsitzung des Kindergartens grundsätzlich über Hilfsmaßnahmen und weitere Vorgehensweisen diskutiert wird. Vielleicht gibt ein Rollenspiel dem einzelnen Erzieher auch Sicherheit für das Gespräch mit den Betroffenen.

Für die Arbeit mit den Eltern bieten sich folgende Möglichkeiten an:

Den Elternteil zum Kaffee/Gespräch einladen und ihm verdeutlichen, was im Kind abläuft. Dabei sollte auch über das Verhalten der Eltern gesprochen werden.
Den Eltern erklären, wie sie ihr Kind am besten über Trennung, deren Folgen und die Zukunft der Familie informieren können, daß sie die Symptome des Kindes verstehen müssen und wie sie auf auffällige Reaktionen eingehen sollten. Verhaltensauffälligkeiten können als Botschaften des Kindes interpretiert werden, als Sprache oder als Signal des Kindes.
Mit dem Elternteil erarbeiten, daß Grenzen gezogen werden müssen. Kinder sollten verstehen, daß Trennung Sache der Erwachsenen ist. Diese müssen das dem Kind deutlich machen, es als nicht verantwortlich erklären und ihm dadurch Schuldgefühle nehmen. Das Kind muß aus Konflikten herausgehalten werden, darf nicht sehen, wie die Eltern einander wehtun, und muß beide Elternteile weiterhin lieben können und dürfen.
Eltern anhalten, ehrliche Gefühlsäußerungen zuzulassen und dem Kind Zeit zum Verarbeiten von Emotionen zu geben. Eltern sollen dem Kind helfen, im Gespräch, im Spiel oder in Zeichnungen Gefühle auszudrücken. Sie müssen Sympathie und Gespür für Bedürfnisse der Kinder entwickeln.
Eltern empfehlen, den Tageslauf des Kindes möglichst wenig zu verändern. Dadurch bekommt das Kind das Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit und Kontinuität.
Eltern anhalten, sich für das Kind, für gemeinsame Aktivitäten und Spiele Zeit zu nehmen. Sie sollten dem Kind zeigen, daß sie es als wertvoll erachten und lieben. Auch sollten sie Zuneigung durch häufigen Körperkontakt verdeutlichen.
Eltern sollten klare Ziele, Erwartungen und Regeln formulieren.
Eltern die Angst nehmen, daß das Kind generell durch die Scheidung geschädigt werden könnte.
Die Bedeutung des abwesenden Elternteils, zumeist des Vaters, für die Entwicklung und das Gefühlsleben des Kindes aufzeigen. Dem verbleibenden Elternteil muß klar werden, daß das Kind Beziehungen zum Expartner und zu dessen Verwandten aufrechterhalten muß, daß er keine Parteinahme verlangen darf. Über den Expartner sollte positiv gesprochen werden. Falls mit dem abwesenden Elternteil Kontakt besteht, sollte dieser aufgefordert werden, immer wieder gegenüber dem Kind zu betonen, daß er mit ihm in Verbindung bleiben wird und will.
Bei Bedarf den Eltern einen Ganztagsplatz im Kindergarten anbieten. Vielleicht läßt sich auch eine gemeinsame Betreuung von Kindern durch Eltern organisieren.
Eventuell Eltern an eine Scheidungs- oder Familienberatungsstelle verweisen.

Auch Alleinerziehende benötigen in vielen Fällen die Hilfe der Erzieher:

Sie haben einen erhöhten Beratungsbedarf, da kein Partner da ist. Sie tun sich mit der Gesprächsaufnahme schwerer, da sie eher glauben, daß nur sie mit dem jeweiligen Problem nicht fertig werden.
Sie können oft nicht zum Elternabend kommen und brauchen daher spezielle Termine.
Besondere Veranstaltungen, Elternabende und Freizeitaktivitäten für Alleinerziehende werden manchmal notwendig. Sie können auch am Wochenende stattfinden.
Der Kindergarten sollte Kontakt mit anderen Alleinerziehenden vermitteln, gemeinsame Kinderbetreuung organisieren, Austausch von Tips ermöglichen und Hinweise auf Selbsthilfegruppen und Angebote von Verbänden am Schwarzen Brett aushängen.

Dem Scheidungskind kann geholfen werden, wenn seine Entwicklung in folgende Richtung gelenkt wird:

Das Kind muß die Realität der elterlichen Trennung anerkennen.
Das Kind soll sich aus Konflikten, Problemen, Gefühlen usw. seinem Eltern herauslösen und sich wieder auf altersgemäße Aktivitäten konzentrieren.
Das Kind muß Verlusterfahrungen verarbeiten.
Das Kind soll mit Wut, Arger, Selbstbeschuldigung und Schuldgefühlen fertig werden.
Das Kind muß die Endgültigkeit der Scheidung akzeptieren lernen.
Das Kind sollte realistische Hoffnungen bezüglich dem Qualität zukünftiger eigener Beziehungen entwickeln.

Bei der Arbeit mit dem Kind haben sich folgende Grundsätze bewährt:

In der Trennungskrise darf nicht interveniert werden. Das Kind braucht vom allem viel emotionale Zuwendung und Körpernähe. Nur so behält es das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit.
Die Erzieherin muß besonders auf zurückgezogene und stille Kinder zugehen.
Der Erzieher muß den Kindern zuhören, auf Gefühle und Ängste sowie Probleme eingehen und Verständnis zeigen. Viele Kinder müssen beruhigt und getröstet werden.
Einfache, konkrete und kurze, aber informative Erklärungen sind für das Kind wichtig.
Den Kindern müssen Schuldgefühle genommen werden. Dies ist vor allem dann notwendig, wenn Kinder sich schon vor der Trennung ihrer Eltern als schwierig erlebt haben.
Scheidungskinder brauchen Sondersituationen.
Geschenke für den abwesenden Elternteil können im Kindergarten gebastelt werden (und auch von dort aus zugeleitet werden, wenn dies dem sorgeberechtigten Elternteil Probleme macht).
Dem Kind kann die eigene Geschichte, aber mit einer anderen Hauptperson erzählt werden. Am Handeln dieser Person können ihm neue Verhaltensalternativen und Lebensentwürfe indirekt vermittelt werden.

Nach der Trennungskrise kann auch die Arbeit mit Bilderbüchern einsetzen.
Bei vielen Kindern alleinerziehender Elternteile ist gegengeschlechtliche Betreuung notwendig (Rollenmodell). So ist es wichtig, auch männliche Praktikanten für den Kindergarten zu gewinnen.

Quelle: www.kindergartenpaedagogik.de

Kindergartenkinder als Museumsbesucher

Museen als faszinierende, anregende und nicht zuletzt rundherum bildende Orte erleben – das ist auch Kindergartenkindern möglich.

Bildungsmöglichkeiten in Museen

Jedes Museum als Teil der kulturellen Umwelt, also der Lebenswelt der Kinder, bietet kulturelle Bildungsmöglichkeiten: Erstens ist das Museum selbst Bestandteil ihrer (unmittelbaren kulturellen) Umwelt, zweitens machen Museen letztlich die Welt und die Menschen zum Thema. Die Bildung des kindlichen Zeit- und Geschichtsbewusstseins und des individuellen Bezugssystems zur kulturellen Orientierung (kulturelle Selbstvergewisserung und kulturelle Identität) werden gefördert und damit auch die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und persönlichen Identität.

Die museumspädagogische Bildungs- und Vermittlungsarbeit basiert auf konkreten Inhalten und Beispielen. Über die „konkreten (Museums-)Dinge“110 und die Auseinander-setzung mit diesen bieten sich vielfältige Anknüpfungspunkte, um individuelle Bildungsprozesse anzuregen. So kann „ganz nebenbei“ kulturelle Bildung in vielfältiger Weise ermöglicht werden, die ein wichtiger Bestandteil der Allgemeinbildung ist.

Erwartungen und die „passenden Methoden“
Die Erwartungen an einen Museumsbesuch von Seiten der Kindergärten sind äußerst vielfältig, denn sie sind vom Profil der jeweiligen Kindertageseinrichtung, den Erzieherinnen und Erziehern, den Eltern und vor allem den Kindern abhängig.

Hierzu sind im Projekt "Museen und Kindergärten" mehr als 70 museumspädagogische Methoden entwickelt, erprobt und formuliert worden. Sie können sie in der Methodenkartei recherchieren, abrufen und ausdrucken, um sie auf Ihren Kontext zu übertragen und auszuprobieren. Eltern, Erzieherinnen, Erzieher und andere pädagogische Fachkräfte können sich einen Eindruck davon verschaffen, welche Kompetenzen ihre Kinder bei einem Museumsbesuch entwickeln können.

Ergänzt wird die Methodenkartei durch grundlegende Texte zur museumspädagogischen Arbeit mit jüngeren Kindern sowie eine Literaturliste.

Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist somit ein erster Anfang getan. Der BVMP möchte die Grundlagenarbeit im Bereich der frühkindlichen Bildung gerne fortführen - zur Verbesserung der frühen kulturellen Bildung in Museen und damit der kulturellen Teilhabefähigkeit und Allgemeinbildung der Kinder!

Quelle: www.museen-und-kindergaerten.de

Marzipan Birnen Kuchen

Ende August erscheint beim Wißner-Verlag ein neues Backbuch für Kinder unter dem Titel: "Backen für Kinder und mit Kindern". Hier schon mal vorab ein Appetithappen für kleine und große Kuchenfans.

Zutaten für den Teig:
125 g weiche Butter
100 g Zucker
     1 Prise Salz
     2 Eier
175 g Mehl
     2 TL Backpulver

Zutaten für den Belag:
300 g Birnen
     2 EL Zitronensaft
100 g Marzipanrohmasse 

Zubereitung
Zuerst die Birnen schälen, entkernen, würfeln und mit Zitronensaft beträufeln. Für den Rührteig, Butter, Zucker und Salz verrühren, bis die Masse cremig ist. Die Eier unterrühren. Mehl mit Backpulver mischen und dazugeben. Den Teig in die vorgefettete Form streichen und dann die Birnen darauf verteilen. Zum Schluss die Marzipanrohmasse in kleine Stücke zupfen und über den Birnenstücken verteilen.

Backzeit:
Bei 180 Grad ca. 45 Minuten backen

Tipp für Schokofans:
2 EL Kakaopulver unter den Teig rühren, das macht ihn lecker schokoladig!

„Gemeinsam backen!“
So lautet das Motto dieses ungewöhnlichen Backbuchs für Eltern und
Kinder. Es enthält 65 leckere Rezepte, deren Namen das Wasser im Munde
zusammenlaufen lassen: Es gibt Affenschnitten, Zitronenbatz, Prinzessinnenkuchen
oder Rapunzelzopf. Illustriert wurden die Rezepte mit Kinderzeichnungen
und Zitaten sowie Collagen und Fotos, fast wie in einem
privaten Rezeptbuch. Und eigentlich genau das ist dieses Buch: eine
Sammlung der Lieblingsrezepte. Sämtliche Rezepte stammen von backerfahrenen
Eltern und deren Kindern.
Mit den witzig beschriebenen Rezepten gelingt jeder Kuchen auch ohne
Vorkenntnisse. Das Buch liefert viele Ideen für kreatives Backen: Dekotipps,
phantasievolle Rezeptnamen und Variationsmöglichkeiten machen
Appetit auf Käsekuchen und Co. Es eignet sich deshalb sowohl als Rezeptwie
als Ideenbuch, das gemeinsam mit Kindern durchgeblättert werden
kann.
Die Autorinnen Heidi Hauser (2 Kinder) und Johanna Schmidt (4 Kinder)
wollen mit ihren lustig und einfach beschriebenen Rezepten Eltern zum
Backen ermutigen: Sie haben selbst schon oft die Erfahrung gemacht,
dass Kuchenbacken Kinderaugen leuchten lässt.

58 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-89639-829-1
Erscheint im August 2011
www.wissner.com

Marzipan Birnen Kuchen

   

Umgang mit Kindeswohlgefährung

Grundlage des pädagogischen Handels sollte die Konzeption oder das Leitbild der Einrichtung sein, die sich am Recht des Kindes auf eine gewaltfreie, wertschätzende und liebevolle Erziehung orientiert. Die Berücksichtigung der Bedürfnisse des Kindes und die Stärkung seiner Persönlichkeit sind dabei feste Bestandteile der Bildungsarbeit.

Gibt es genaue Indikatoren für die Feststellung einer Kindeswohlgefährdung?

Es gibt keine wissenschaftlich gesicherten Indikatoren, aus denen sich eine Kindeswohlgefährdung
mit eindeutiger Sicherheit ablesen lässt. Daher ist der Prozess der Einschätzung wichtig,
um verschiedene Aspekte zu berücksichtigen:

Welche Anhaltspunkte gibt es für eine Kindeswohlgefährdung?
Wie ist die Situation der Familie? Teilen Familie und KiTa die Wahrnehmungen?
Sind die Eltern bereit, Hilfe anzunehmen? Welche Möglichkeiten gibt es, das Kind in der
Einrichtung zu unterstützen? Welche Versuche haben die Eltern bereits unternommen?
Nicht jede Unterversorgung, Krankheit etc. bedeutet eine Kindeswohlgefährdung, doch meistens
wird in solchen Fällen das Handeln der KiTa in Bezug auf Eltern und/oder Kind notwendig.
Daher braucht jede KiTa Unterstützungsangebote und Verfahrensweisen, wie sie fachlich mit
irritierenden Wahrnehmungen von kindlichem Verhalten, Schwierigkeiten im Gespräch mit Eltern
oder auch Unsicherheiten in Bezug auf eigene Verhaltensweisen umgehen kann. Hilfreich sind hierbei Fachgespräche, Supervision, kollegiale Beratung und andere Unterstützungsmöglichkeiten
für pädagogische Fachkräfte.

Erzieherinnen erleben die Kinder oft über einen langen Zeitraum hinweg. Sie sind beständige
Bezugspersonen und fachlich kompetent, um Verhaltensänderungen oder Auffälligkeiten
besonders früh bemerken zu können. Die systematische Beobachtung der Kinder, das heißt die Beobachtung ihrer kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung, kann im Falle einer Kindeswohlgefährdung eine „Frühwarnfunktion“ übernehmen.
Die Ergebnisse regelmäßiger Beobachtung müssen daher kontinuierlich dokumentiert
werden. Darüber hinaus sollten Auffälligkeiten und Verhaltensänderungen des Kindes im Team
besprochen, reflektiert und ggf. weitere Schritte abgestimmt werden: Welche Veränderungen
nehme ich wahr? Wie begegne ich diesem Verhalten? Wie geht es mir als Pädagogin mit der
Situation? Was bedeutet dies für meine pädagogische Arbeit? Welche anderen Möglichkeiten
im Umgang mit der Situation gibt es? Die Eltern und die Familie prägen die Entwicklung
und die Möglichkeiten eines Kindes in weitaus größerem Maße als Bildungsinstitutionen
wie Kindertageseinrichtung und Schule. Eine wertschätzende und partnerschaftliche
Zusammenarbeit mit den Eltern ist daher gerade im Interesse des Kindes unerlässlich. Ein
vertrauensvolles Verhältnis zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften ist oftmals die
Grundvoraussetzung für die Inanspruchnahme von Rat und Unterstützung. Eltern haben
wenig Vertrauen, wenn sie sich unverstanden, gemaßregelt oder beschämt fühlen. Auch wenn
Eltern anders leben, als sich die Pädagogen dies für das Kind wünschen, ist es wichtig, diese
Lebensweise nicht zu verurteilen. Die Eltern spüren (auch unbewusst) sehr genau, mit welcher
Haltung ihnen begegnet wird und auch die Kinder erfassen intuitiv sehr schnell, wie gut
sich die Eltern und die Pädagogen verstehen. 

Wenn Kinder in ihren Familien Gewalt oder Vernachlässigung erleiden, sind sie darauf
angewiesen, dass Erwachsene ihre Situation erkennen, ihnen beistehen und ihnen helfen.
Doch das Wohl eines Kindes ist nicht immer durch die Herausnahme eines Kindes aus der
Familie zu erreichen. Kinder lieben ihre Eltern und hängen an ihnen. Obwohl dies mitunter
widersprüchlich erscheint, gilt das auch für Kinder, die von ihren Eltern nicht gut behandelt
werden. Daher kann der Verbleib eines Kindes in der Familie auch dann sinnvoll und richtig
sein, wenn in der Familie Gewalt ausgeübt wird. Angemessene Hilfe kann deshalb in vielen Fällen
darin bestehen, Mütter und Väter in ihren Erziehungsaufgaben professionell zu unterstützen.
Die Bitte um Hilfe kann sowohl von dem Kind selbst als auch von Personen aus dem
familiären Umfeld ausgehen. In beiden Fällen ist es wichtig, die eigenen Grenzen und
Möglichkeiten zu kennen. Kinder in schwierigen Lebenssituationen neigen
dazu, sich zu isolieren. Dies kann geschehen, indem sie sich zurückziehen oder auch, indem
sie sich besonders „schwierig“ oder aggressiv verhalten und so andere Kinder oder die
Erzieherinnen verschrecken. Die besondere Herausforderung besteht darin,
diese Kinder aus ihrer Isolation zu holen und sie in den Alltag der Kindertagesstätte zu
integrieren. Stabile, sichere Beziehungen sind für die Bewältigung schwieriger Lebenssituationen
besonders wichtig. Im Mitelpunkt des pädagogischen Handelns muss daher der
Aufbau dieser sicheren Bindungen stehen.

Was erwarten Kinder von Erzieherinnen?

Wenn Kinder von Erlebnissen und von ihren Gefühlen erzählen, erwarten sie von der Erzieherin,
dass diese:

¬ offen und interessiert zuhört und nachfragt, wenn sie etwas nicht verstanden hat.

¬ durch ihre Worte und durch ihre Körpersprache, insbesondere durch Gestik und Mimik, dem Kind zeigt, dass es verstanden wird.

¬ die Themen des Kindes einfühlsam aufgreift, ohne „bohrende Fragen“ zu stellen.

¬ dem Kind Zeit lässt, in seinem Tempo zu erzählen.

¬ respektiert, wenn das Kind nichts mehr sagen möchte oder kann.

¬ Position bezieht bezüglich Recht und Unrecht und z.B. deutlich macht, dass Kinder nicht geschlagen    werden dürfen.

¬ hilft, mit schwierigen Situationen umzugehen.

Grundlegende Haltung im Kontakt mit dem Kind:

• Das Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit mit eigenen Fähigkeiten und Potenzialen.
Es ist wichtig, das Kind in seiner Gesamtheit wahrzunehmen und nicht nur als Opfer der
Situation.

• Die pädagogischen Fachkräfte sollten immer ehrlich zu dem Kind sein und ihm offen sagen,
wenn es notwendig ist, sich an Dritte zu wenden. Daher darf dem Kind keine uneingeschränkte
Vertraulichkeit zugesichert werden, die dann ggf. gebrochen werden muss.

Mehr Infos zum Thema in:
Richtig helfen – wann und wie?
Ein Leitfaden zum Thema Kindeswohlgefährdung

Herausgeber
KiNET – Netzwerk für Frühprävention, Sozialisation und Familie
Espenstraße 5, 01169 Dresden

www.kinet-dd.de

Walter und das Geheimnis der edlen Ritter

Walter und das Geheimnis der edlen Ritter wird empfohlen von der Akademie Kinder philosophieren, die sich als Bindeglied zwischen pädagogischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung versteht. Sie arbeitet an der Weiterentwicklung und Verankerung des Philosophierens als Bildungs- und Erziehungsprinzip in Kindertageseinrichtungen und Schulen.

Entstehung der Idee
Die Buchautorin Claudia Scheffler wollte für ihren Sohn Jonas eine Geschichte über Werte schreiben. Das Interessante ist: Jonas hörte nicht nur zu, sondern schrieb und überlegte mit. Er wünschte sich, dass auch andere Kinder Lust haben, Walter zu folgen und auszuprobieren, wie es ist, mutig, großzügig oder höflich zu sein. 

Ab 5 Jahren
ISBN 978-3-8411-0067-2, 
August 2011
www.christophorus-verlag.de
Label-Velber 

Akademie Kinder philosophieren
Philosophieren heißt, eigene Antworten auf Fragen zu finden, die alle Menschen betreffen, und ein Gefühl für Werte und Normen zu entwickeln, die von keinem Diskurs mehr in Frage gestellt werden können. Der Austausch mit Anderen fördert die Sprachentwicklung und die Fähigkeit, neue Erkenntnisse und Erfahrungen einzuordnen. Die Akademie Kinder philosophieren im bbw e.V. versteht sich als Bindeglied zwischen pädagogischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung. Sie bietet Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte an und arbeitet an der Weiterentwicklung und Verankerung des Philosophierens als Bildungs- und Erziehungsprinzip in Kindertageseinrichtungen und Schulen, sowie in der Ausbildung von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften.
 www.kinder-philosophieren.de

Ananas - Fritten mit Himbeer - Ketchup

Das Auge isst mit - das ist bei Kinderaugen ganz genauso. Mit diesem kreativen Nachtisch wird es bestimmt gelingen, die Kinder zu überraschen. So macht das Essen von Obst gleich doppelt soviel Spaß.

Zutaten für 10 Kinder

750 g Ananas, (zur Not aus der Dose) 
500 g Himbeeren, TK, aufgetaut

Zubereitung 

Ananas und ca. 10cm Stäbchen schneiden.
Für das Ketchup die Himbeeren mit einer Gabel zerdrücken. Himbeer-Ketchup separat zu den Ananas-Frittes servieren. Arbeitszeit:ca. 10 Min.
Schwierigkeitsgrad:simpel!

Quelle: www.chefkoch.de

Trauerarbeit im Kindergarten

Kinder im Kindergartenalter stehen allen Fragen rund um das Thema Sterben sehr offen gegenüber. Sie möchten einfach nur wissen und verstehen. Oft werden die Weichen für einen einfacheren und kompetenteren Umgang mit dem „Abschied nehmen“ in der Kindheit gelegt. Hier kommt es darauf an, wie offen und unbefangen die Ansprechpartner mit dem Thema umgehen. Im Kindergarten kann somit ein wichtiger und grundlegender Beitrag hierzu geleistet werden.

Warum gehören auch Tod und Trauer als Projektthemen in den Kindergarten?

Erzieherinnen werden auf den Umgang mit dem Thema Tod und Sterben sowie auf kindliche
Trauer in ihrer Ausbildung weitestgehend nicht vorbereitet. Und dennoch müssen
sie – alleingelassen mit diesem Problem – in ihrer täglichen Arbeit Antworten finden. Oft
werden sie von Eltern im Trauerfall gefragt: „Was sollen wir tun, wie verhalten wir uns
richtig? Sollen wir das Kind mit zur Beerdigung nehmen oder besser nicht?“
Und auch die Kinder stellen ihre Fragen zum Thema Tod oft vertrauensvoll im Kindergarten,
wenn die Erzieherinnen ihnen signalisieren, dass das in Ordnung ist. Zuhause merken
Kinder meist, dass im Trauerfall eine Befangenheit der Eltern da ist. Schnell fühlen
sie sich z. B. schuldig, wenn Eltern oder Großeltern wegen ihrer oft sehr pragmatischen
Fragen anfangen zu weinen. Als Ergebnis fragen sie dann gar nicht mehr oder lieber auf
neutralem Terrain (wie dem Kindergarten).
Die gezielte Auseinandersetzung der Erzieherinnen innerhalb eines Projektes und z. B.
auch die Zusammenarbeit mit professionellen Trauerbegleitern bei der Vorbereitung,
werden die eigene Kompetenz und damit auch die Sicherheit im Umgang mit trauernden
Kindern steigern.
Aber auch Kinder, die sich früh mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen, und
welche die Chance haben, einen offenen und unbefangenen Ansprechpartner für ihre
Fragen zu finden, gehen als Erwachsene kompetenter mit Trauersituationen um. Dort,
wo Trauerprojekte in Kindergärten bereits eine längere Tradition haben, berichten die Eltern
den Erzieherinnen später (im Ernstfall) häufig davon. Die Weichen für einen sicheren
Umgang mit dem „Abschied nehmen“ werden somit schon in der Kindheit gelegt. Im Kindergarten
können Kinder lernen, wie sie dem Gefühl Trauer Ausdruck geben können und
wie sie mit Tod und Trauer umgehen können. Diese Kinder lernen für das Leben und werden
mit Sicherheit auch als Erwachsene noch von ihrem Kompetenzgewinn profitieren.
Denn Sicherheit lässt einen Menschen auch traumatische Situationen besser meistern.

Ist es nicht besser Kinder vom Thema Tod fernzuhalten?

Eltern bemühen sich oft darum, Kinder vor der Auseinandersetzung mit Negativem und
damit auch vor dem Thema Tod zu schützen. Kinder merken das. Sie merken das an
ausweichenden Antworten und auch am Vermeidungsverhalten der Erwachsenen. Viele
Eltern verzichten aus diesem Grund auch darauf, beim Tod von nahen Angehörigen die
Kinder zu fragen, ob sie z. B. mit zur Beerdigung gehen möchten. Kinder setzen Fernhalten
jedoch oft mit Gefahr gleich. „Wenn meine Eltern mich schon schützen wollen,
dann muss das aber eine ganz schlimme Sache sein.“ In ihrer „magischen“ Welt sind
Fantasien zum Thema Tod und Sterben dann manchmal viel beängstigender als die Realität.
Erwachsene bewirken somit oft genau das Gegenteil von dem, was sie durch einen
offenen und ehrlichen Umgang mit den Kindern erreicht hätten.

Sind die Kindergartenkinder nicht zu jung für das Thema Tod?

Diese Einlassung werden Sie sicherlich am meisten hören, wenn Sie sich dem Thema in
Ihrer Einrichtung stellen wollen. Hier bleibt festzuhalten, nein, das sind sie nicht. Meist
ist dies nur ein übertragener Vorbehalt. Denn uns Erwachsenen mit unserer Befangenheit,
unseren unkonkreten Erfahrungen und Emotionen fällt es oft schwer, unbefangen
über den Tod zu sprechen.
Für Kinder kann der Verlust eines sehr geliebten Kuscheltieres oder Haustieres unter
Umständen die gleichen emotionalen Auswirkungen haben, wie der Verlust von Oma
oder Opa. Beides kann Kinder auch im Kindergartenalter betreffen. Tod und Trauer kennen
hier leider kein Alter.
Generell lässt sich festhalten, Tabus entstehen überall dort, wo Kinder spüren, dass
sie auf ihre Fragen keine offenen Antworten bekommen. Fragen zum Thema Tod und
Sterben stellen Kinder bereits im Kindergartenalter. Die Chancen, einen sichereren und
tabufreieren Umgang mit dem Themenkomplex Tod, Trauer und Sterben zu erlernen, liegen
also auch genau in dieser Zeit. Wartet man in der Familie erst auf einen „konkreten
Anlass“, um über das Thema zu sprechen – z. B. wenn Oma oder Opa versterben – so ist
die emotionale Befangenheit der Eltern verständlicherweise sehr groß. Offene Antworten
auf alle Kinderfragen zu finden, fällt vielen in einer solchen Situation daher meist
sehr schwer.

Welche Vorstellungen haben Kinder vom Tod?

Die Vorstellungen vom Tod in den verschiedenen Altersstufen beschreiben D. Tausch-
Flammer und L. Bickel in ihrem Buch „Wenn Kinder nach dem Sterben fragen“ sehr gut.
Das folgende Zitat hieraus verdeutlicht die unterschiedlichen Entwicklungsstufen:
„[...] die inneren Bilder der Kinder und Jugendlichen vom Tod und damit auch ihre Reaktion
auf den Tod eines Menschen werden stark von ihrem Alter beeinflusst. Wir möchten
eine kurze Übersicht geben, wie Kinder in den verschiedenen Altersstufen den Tod erleben.
Dabei sind wir uns bewusst, dass diese Vorstellungen sehr unterschiedlich sein
können und auch von der Einstellung der Eltern abhängig sind.

- Kinder unter 3 Jahren können den Tod noch nicht begreifen. Sie haben keine Vorstellung
vom Tod. Sie sprechen über Tote, als seien diese noch am Leben. Tod bedeutet für sie
Abwesenheit für eine kurze Zeit. So tröstete die dreijährige Maria nach dem Tod ihres Vaters
ihre Mutter: „Papi kommt gleich heim. Papi ist im Geschäft“, und sucht ihn überall.

- Kinder zwischen 3 und 5 Jahren beginnen langsam, Äußerungen über Sterben und Tod
zu machen. Sie wollen den Tod erforschen. Gertrud erzählt von ihrem Erleben als kleines
Kind: „Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und da war eigentlich der Tod immer dabei. Wir
wussten ja immer, wenn jemand starb. Am Ende der Dorfstraße hatten wir ein `Leichenfenster`.
Ja, das war so ähnlich wie ein Schaufenster und dahinter waren die gerade
Verstorbenen dann ausgestellt. Und ich weiß noch, dass wir uns das als Kinder immer
ganz genau und mit viel Neugierde ansahen, und manchmal sah der Tote schon sehr
fremd aus. So weiß im Gesicht.“ Es ist eine Zeit, in der viele Fragen gestellt werden. Tod
ist aber etwas, was den anderen zustößt. Tod wird noch als ein vorübergehender Zustand
verstanden. Der Tote lebt auch für sie noch. Ist ein Familienmitglied gestorben, können
dadurch alltägliche Ängste intensiviert werden: Angst vor der Dunkelheit, Angst vor dem
Alleinsein. Es kann sein, dass die Kinder für einige Zeit auf eine Kleinkindstufe zurückfallen.

- Für Kinder zwischen 5 und 9 Jahren wird der Tod realistischer, aber ganz können sie ihn
nicht begreifen. So legt der Bruder, als er sich ein letztes Mal von seiner verstorbenen
Schwester in der Aufbahrungshalle verabschiedet, ihr die Hand auf, in der Hoffnung, wie
Jesus die tote Schwester wieder zum Leben erwecken zu können. Der Tod ist für Kinder
in diesem Alter mit dem Gefühl der Trennung und des Schmerzes verbunden. Häufig
personalisieren sie den Tod als Knochen- oder Sensenmann. [...]“ 

Quelle: Gibt`s im Himmel auch Spaghetti?
Ein Projektleitfaden zum Thema Tod und Trauer für Kindertagesstätten
www.kdweb.de